Die Symbolkraft eigens als Blumensprache bezeichnet, ist ein Mittel der nonverbalen zwischen menschlichen Kommunikation. Überdies besitzen Pflanzen, Blumen und Gärten bereits seit jeher eine besondere Bedeutung und gelten bis heute als Inspirationsquelle.

Eingehen möchten wir folgend, als gärtnerischer Berufsstand, auf Brauchtümer und traditionelle Gelegenheiten bei welchen Emotionen durch Blumen oder Pflanzen zum Ausdruck gebracht werden. Des Weiteren erlaubt man sich einen Exkurs ob Gärten, Blumen und Pflanzen auch weiterhin als Träger der non-verbalen Kommunikation genutzt oder der Inspiration dienen werden.

Am 1. November ist Allerheiligen, das christliche Fest zum Gedenktag aller Heiligen, gefolgt von Allerseelen am 2. November Gedenktag aller Verstorbenen. Traditionell wird an diesen Tagen auf symbolische Pflanzen als Grabschmuck und zu Gedenken zurückgegriffen um so den Gefühlen der Angehörigen Ausdruck zu verleihen.

So kommt der Trauerbewältigung über die Bepflanzung des Grabes eine wichtige Aufgabe zu. Buchsbaum als Zeichen der Unsterblichkeit und Immergrün für die überdauernde Liebe, Chrysanthemen, die im November blühen als Zeichen einer über den Tod hinaus gehenden Verbundenheit, Gänseblümchen für die Mutterliebe und Anspruchslosigkeit. Weiße Blüten wie Lilien, Callas oder Chrysanthemen gelten so traditionellerweise als Grabschmuck und werden mit dem Tod in Verbindung gebracht, genauso wie das im herbstblühenden Heidekraut.

Die Möglichkeiten sind schier unbegrenzt, gerne werden auch die Lieblingsblumen des Verstorbenen verwendet um seinem Gedenken zu untermalen. Grabschmuck als Ausdruck von Individualität und Persönlichkeit des Verstorbenen. Letztendlich helfen diese floralen Ausdrucksformen bei der Trauerarbeit der Angehörigen.

Alltäglich drückt die Blume aber auch ein Gefühl der Zuneigung aus, so wird Sie bevorzugt unter Liebenden, dazu genutzt, mit Hilfe von Blumen oder Blumensträußen Gefühle, Wünsche, Bitten und Beschwerden ohne Worte symbolisch zum Ausdruck zu bringen. Dies geschieht an Geburtstagen, Valentinstag, Muttertag oder anlässlich des Großmuttertages, Hochzeit oder Taufe.

Für jede Blüte gab und gibt es mehr als nur eine Bedeutung, die in vielen verschiedenen Schriften und Büchern zur Blumensprache zusammengefasst wurden. Aufgrund ihrer jeweiligen besonderen Eigenschaften und ihres Aussehens werden Blumen und Pflanzen unterschiedliche Bedeutungen zugeschrieben.

Weiße Blüten gelten als Zeichen für Unschuld, Reinheit und Hoff nung und sind daher oft im Brautstrauß zu finden. Immergrüne Bäume dagegen stehen für Leben, Bäume mit hängenden Ästen wie die Trauerweide dagegen für Trauer.

Weitere Bedeutungen positiv wie auch negativ sind z. B.: Calla: Bewunderung über die Schönheit der anderen Person, Gerbera: Durch dich wird alles noch schöner, Jasmin: Du bist bezaubernd, Narzisse: Du bist ganz schön eitel, gelbe Nelke: Ich verachte Dich, weiße Nelke: Ich bin noch zu haben, Pfefferminze: Verzeih mir! Salbei: Ich denk an dich, Rote Rose: Ich liebe dich über alles, Rote Tulpe: ewig währende Liebe, usw. Gärten als Inspirationsquelle.

Das Museum Rietberg in Zürich zeigte in der Ausstellung „Gärten der Welt” berühmte Gärten und erzählte Geschichten von Menschen, die in Gärten Inspiration, Glück, Liebe und Zuflucht gesucht haben. Die verschiedenen Vorstellungen und die Suche nach dem Paradies waren eines der großen Themen. Ebenso die Geschichte der europäischen Gartenkultur vom Mittelalter bis Romanik. Ein urbaner Garten mit Gemüse und Kräutern vor dem Museum schlug den Bogen in die heutige Zeit.

Der Garten als umfassendes Ausstellungsthema ist ein wunderbares Instrument die Symbolik und die Wertschätzung von Blume und Garten im Rahmen der Evolution hervorzuheben. Trotz der Digitalisierung dürfen wir die Blume als Möglichkeit der non-verbalen Kommunikation sowie das Gärtnern im Zeitalter des Urban Gardening als Quelle der Muße nicht verlieren. Gärten sind zusätzliche grüne Wohnräume und Parks Ruhezonen in der schnelllebigen Zeit. Sie sind Quellen der Inspiration, Garant der Lebensqualität im urbanen Raum und eminenter Einflussfaktor des Klimas.

Wir hoffen dass weiterhin Blumen und Pflanzen in Straßen, Gärten und Terrassen zu bewundern sind, sowie gerngesehene Mitbringsel bleiben und nicht nur als Namensgeber für Straßenzüge, Wohnungsbauprojekte und Restaurants fungieren.

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