Ziergarten

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Ziergarten

Immergrüne Rhododendren beteiligen sich wesentlich daran, den Garten auch im Winter attraktiv zu machen. Was ist jedoch, wenn solch ein Strauch mehr gelbe als grüne Blätter hat, anfangs mit noch grünen Blattadern zwischen gelben Blattflächen, später praktisch total gelbe Blätter?

Dann braucht er dringend Hilfe, denn gelbe Blätter sind ein Alarmsignal. Sie entstehen, wenn reichlicher Kalk im Boden pflanzenverfügbares Eisen festlegt, so dass der Strauch diesen wichtigen Pflanzennährstoff nicht aufnehmen kann. Ohne Eisen keine Bildung von Chlorophyll, ohne Chlorophyll kein Blattgrün. Abhilfe verschafft Eisenchelat, das gestreut oder gegossen wird.

Eisenmangel ist jedoch verhältnismäßig selten. Schon eher ist zu hoher pH-Wert der Übeltäter. Die meisten Rhododendren, vor allem großblumige, immergrüne Hybriden brauchen humosen, lockeren Boden mit einem anzustrebenden niedrigen pH-Wert von 4,5-5,0. Wachsen die Sträucher in niederschlagsreichem Klima, kann der pH-Wert etwas höher sein. Wo der pH-Wert nicht ganz den Wünschen entspricht, kann man mit starker Torfzufuhr zu Pflanzung und Bodenpflege den pH-Wert senken oder niedrig halten. Das ist jedoch ziemlich aufwändig. Eine andere Möglichkeit bietet die Pflanzung von Rhododendren auf kalktoleranter Unterlage.

Was manche Gartenbesitzer nicht bedenken, betrifft Luft im Boden. Nasser, kalter, luftarmer Boden ist eine Strafe für Rhododendren und erhöht die Bildung von Chlorose beträchtlich. Ungenügende Verbesserung und Lockerung des Bodens vor der Pflanzung ist schädlich.

Nicht selten wird ohne viel Federlesens gleich nach dem Hausbau in völlig verfestigte Erde gepflanzt. Die Sträucher gehen eventuell nicht gleich ein, kümmern, mitunter mehrere Jahre und verabschieden sich dann. Bekömmlicher pH-Wert, Bodenlockerung, Humuszufuhr, Bodendecke mit organischer Substanz beugen dem vor. Bleiche, gelbe Blätter können auch ein Zeichen von Stickstoffmangel sein. Die Sträucher hungern!

Besonders großblumige, immergrüne Hybriden haben einen beachtlichen Nährstoffbedarf. Im Spätherbst nach Triebabschluss ist noch Zufuhr eines organischen Humusdüngers möglich. Nachwinterdüngung im Februar/März erfolgt mit einem nährstoffangereicherten Spezial-Humus-Dünger, der nebenbei den pH-Wert auf niedrigem Niveau hält.

Bei Bedarf gibt man zusätzlich mineralischen Dünger. Unbedingt immer vor Winterbeginn im Wurzelbereich etwa handhoch organische Bodendecke auftragen, damit das Wasser im Boden nicht gefriert und die Pflanzen darum leiden.

Ilse Jaehner

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… ach wie gut, dass Niemand weiß, dass ich … tja, wie heißt der Kerzenknöterich denn nun eigentlich? Darüber sind sich selbst die Botaniker nicht ganz im Klaren und ändern in regelmäßigen Abständen den Namen des Knöterichs. Der Kerzenknöterich wurde früher unter Bistorta amplexicaulis oder Polygonum amplexicaule gehandelt. Heute taucht er als Persicaria amlexicaulis auf.

Dieses Jahr habe ich beim Staudengärtner meines Vertrauens Kerzenknöterich erstanden. Die Nachbarskinder kennen meine Marotten und haben mir ganz gespannt beim Auspacken zugeschaut. Als der Knöterich den Versandkarton verlassen hatte, ließ eine Reaktion nicht lange auf sich warten. Normalerweise ertönt ein „ohhhhhh“, „ahhhhhhh“ oder ein „meine Mama hat das auch im Garten“. Aber diesmal kam nur ein enttäuschtes „was hast du denn da gekauft? Sowas reiße ich aus, das ist ja Unkraut.“ Ich weiß nicht worüber ich mehr gestaunt habe. Dass der Lausbub meinen Pflanzengeschmack in Frage stellt. Oder dass er erkannt hat, dass es mit dem Ampfer-Knöterich tatsächlich ein Unkraut gibt, das ähnlich aussieht und mit dem Kerzenknöterich verwandt ist.

Dabei gibt es nur Positives über den Knöterich zu berichten. Seit ein paar Jahren mischt er kräftig in der modernen Gartengestaltung mit.

Er passt hervorragend zu Gräsern, ist pflegeleicht und blüht bis spät in den September hinein. Manche Sorte blüht sogar bis zum Frost. Darüber hinaus wächst er recht schnell, sodass die Beete geschwind von einer Pflanzendecke geschlossen sind. Was will man mehr als Gärtner? Farbe natürlich. Aber damit kann der Knöterich nicht dienen. Die Farbpalette der Blüte ist recht beschaulich und verläuft von weiß über rosa bis rot.

Die kleinen Blüten sind in Scheinähren zusammengefasst. Diese überragen den dichten Blätterhorst und wirken dadurch recht filigran. Die Blätter umfassen den Stängel und können sich, je nach Sorte im Herbst gelb verfärben.

Am liebsten hat der Kerzenknöterich nährstoffreiche, frische bis feuchte Böden an sonnigen bis halbschattigen Standorten. Allerdings sollte man vorsichtig sein, die Bezeichnung „raschwüchsig“ kann im „Gärtnerlatein“ ein Synonym für „Wuchern“ sein. Weswegen man den Knöterich im Auge behalten sollte und nicht zu schwache, langsam wüchsige Pflanznachbarn zu ihm gesellen.

Pflanzt man „wuchsfreudige“ Arten an Stellen, wo sich andere Pflanzen eher schwer tun, so hat dies den Vorteil, dass die ungünstigeren Lagen schön zuwachsen und die „Wucherkandidaten“ ohne viel Arbeit im Zaum gehalten werden.

Obwohl der Kerzenknöterich teilweise als „Unkraut“ beschimpft wird, so ist es doch eine sehr zuverlässige, langlebige und langblühende Pflanze, die nicht enttäuscht. Bei den Gärtnern und Landschaftsarchitekten liegt der Kerzenknöterich voll im Trend. Lange wird es nicht mehr dauern, bis diese Modepflanze auch vermehrt in den privaten Gärten zu finden ist.

Dipl. Ing. der Landschaftsarchitektur

Nadine Weirich

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Bemerkenswerte Pflanzen in der Ackerbauschule (75)

Eine Hagebuttenbirne… das hört sich seltsam an, und ist tatsächlich auch selten. Und dies, obwohl der Baum schon seit 400 Jahren bekannt ist, denn die erste Erwähnung von Jean Bauhin, einem Schweizer Botaniker, gab es bereits 1619 in seinem Werk Historiæ plantarum generalis.

Es war die Baumschule Baumann in Bollwyler im Elsass, die schon früh die Hagebuttenbirne kultivierte. Die einst weit bekannte, leider nicht mehr existierende Baumschule, die u. a. durch die Apfelsorte ´Baumanns Renette´ und die wohlschmeckende Haselnusssorte ´Wunder von Bollweiler´ bekannt wurde, kultivierte zahlreiche Raritäten.

So auch unsere „Hagebuttenbirne“, die mit Hagebutten oder Rosen aber nichts zu tun hat – mit einer Birne schon: es handelt sich bei X Sorbopyrus auricularis um eine der seltenen Gattungshybriden, d.h. einer Hybride aus zwei unterschiedlichen Gattungen. In diesem Fall aus der Kreuzung einer Mehlbeere (Sorbus aria) mit einer Birne (Pyrus communis).

Am auffälligsten sind wohl die Früchte, die in manchen Jahren, so wie in diesem Jahr 2016, sehr zahlreich gebildet werden. Sie sind von gelber Grundfärbung mit roter Seite, und haben etwa die Größe von Hagebutten, und auch etwas vom Aussehen von diesen. Wenn sie reif sind, etwa Mitte Oktober, dann sind sie von fein süß-säuerlichem Geschmack; zum Rohverzehr sind sie allerdings zu klein.

Da sie aber praktisch keine Samen enthalten, kann man sie im Ganzen in zuckerhaltigem Aufguss einmachen. Als Dessert eignen sie sich ganz wunderbar – Gäste werden wohl kaum erraten, um welche Frucht es sich handelt.

Der Baum selbst bleibt recht klein, über 5 Meter große Exemplare sieht man äußerst selten. Da so gut keine Samen ausgebildet werden, muss die Hagebuttenbirne durch Veredlung vermehrt werden – in der Ackerbauschule vermehren wir sie auf Weißdorn-Unterlagen. Diese Verbindung ist sehr dauerhaft. Man kennt älteste Bäume mit einem Alter von über 150 Jahren.

Die Blätter erinnern (auch dies ist seltsam) an das Laub von Äpfeln, ebenso wie die Blüten an diejenigen vom Apfel erinnern – zur Blütezeit ist der kleine Baum ebenso sehr hübsch. Wer das Besondere mag und Spaß an der Zubereitung von Gelees oder Kompotts mit seltenen Früchten hat, sollte sich die Hagebuttenbirne pflanzen. Sie stellt keine großen Standortansprüche. Wo Birnen wachsen, dort gedeiht auch dieser wunderbare kleine Baum.

Text und Fotos: Eike Jablonski, LTA

Die Symbolkraft eigens als Blumensprache bezeichnet, ist ein Mittel der nonverbalen zwischen menschlichen Kommunikation. Überdies besitzen Pflanzen, Blumen und Gärten bereits seit jeher eine besondere Bedeutung und gelten bis heute als Inspirationsquelle.

Eingehen möchten wir folgend, als gärtnerischer Berufsstand, auf Brauchtümer und traditionelle Gelegenheiten bei welchen Emotionen durch Blumen oder Pflanzen zum Ausdruck gebracht werden. Des Weiteren erlaubt man sich einen Exkurs ob Gärten, Blumen und Pflanzen auch weiterhin als Träger der non-verbalen Kommunikation genutzt oder der Inspiration dienen werden.

Am 1. November ist Allerheiligen, das christliche Fest zum Gedenktag aller Heiligen, gefolgt von Allerseelen am 2. November Gedenktag aller Verstorbenen. Traditionell wird an diesen Tagen auf symbolische Pflanzen als Grabschmuck und zu Gedenken zurückgegriffen um so den Gefühlen der Angehörigen Ausdruck zu verleihen.

So kommt der Trauerbewältigung über die Bepflanzung des Grabes eine wichtige Aufgabe zu. Buchsbaum als Zeichen der Unsterblichkeit und Immergrün für die überdauernde Liebe, Chrysanthemen, die im November blühen als Zeichen einer über den Tod hinaus gehenden Verbundenheit, Gänseblümchen für die Mutterliebe und Anspruchslosigkeit. Weiße Blüten wie Lilien, Callas oder Chrysanthemen gelten so traditionellerweise als Grabschmuck und werden mit dem Tod in Verbindung gebracht, genauso wie das im herbstblühenden Heidekraut.

Die Möglichkeiten sind schier unbegrenzt, gerne werden auch die Lieblingsblumen des Verstorbenen verwendet um seinem Gedenken zu untermalen. Grabschmuck als Ausdruck von Individualität und Persönlichkeit des Verstorbenen. Letztendlich helfen diese floralen Ausdrucksformen bei der Trauerarbeit der Angehörigen.

Alltäglich drückt die Blume aber auch ein Gefühl der Zuneigung aus, so wird Sie bevorzugt unter Liebenden, dazu genutzt, mit Hilfe von Blumen oder Blumensträußen Gefühle, Wünsche, Bitten und Beschwerden ohne Worte symbolisch zum Ausdruck zu bringen. Dies geschieht an Geburtstagen, Valentinstag, Muttertag oder anlässlich des Großmuttertages, Hochzeit oder Taufe.

Für jede Blüte gab und gibt es mehr als nur eine Bedeutung, die in vielen verschiedenen Schriften und Büchern zur Blumensprache zusammengefasst wurden. Aufgrund ihrer jeweiligen besonderen Eigenschaften und ihres Aussehens werden Blumen und Pflanzen unterschiedliche Bedeutungen zugeschrieben.

Weiße Blüten gelten als Zeichen für Unschuld, Reinheit und Hoff nung und sind daher oft im Brautstrauß zu finden. Immergrüne Bäume dagegen stehen für Leben, Bäume mit hängenden Ästen wie die Trauerweide dagegen für Trauer.

Weitere Bedeutungen positiv wie auch negativ sind z. B.: Calla: Bewunderung über die Schönheit der anderen Person, Gerbera: Durch dich wird alles noch schöner, Jasmin: Du bist bezaubernd, Narzisse: Du bist ganz schön eitel, gelbe Nelke: Ich verachte Dich, weiße Nelke: Ich bin noch zu haben, Pfefferminze: Verzeih mir! Salbei: Ich denk an dich, Rote Rose: Ich liebe dich über alles, Rote Tulpe: ewig währende Liebe, usw. Gärten als Inspirationsquelle.

Das Museum Rietberg in Zürich zeigte in der Ausstellung „Gärten der Welt” berühmte Gärten und erzählte Geschichten von Menschen, die in Gärten Inspiration, Glück, Liebe und Zuflucht gesucht haben. Die verschiedenen Vorstellungen und die Suche nach dem Paradies waren eines der großen Themen. Ebenso die Geschichte der europäischen Gartenkultur vom Mittelalter bis Romanik. Ein urbaner Garten mit Gemüse und Kräutern vor dem Museum schlug den Bogen in die heutige Zeit.

Der Garten als umfassendes Ausstellungsthema ist ein wunderbares Instrument die Symbolik und die Wertschätzung von Blume und Garten im Rahmen der Evolution hervorzuheben. Trotz der Digitalisierung dürfen wir die Blume als Möglichkeit der non-verbalen Kommunikation sowie das Gärtnern im Zeitalter des Urban Gardening als Quelle der Muße nicht verlieren. Gärten sind zusätzliche grüne Wohnräume und Parks Ruhezonen in der schnelllebigen Zeit. Sie sind Quellen der Inspiration, Garant der Lebensqualität im urbanen Raum und eminenter Einflussfaktor des Klimas.

Wir hoffen dass weiterhin Blumen und Pflanzen in Straßen, Gärten und Terrassen zu bewundern sind, sowie gerngesehene Mitbringsel bleiben und nicht nur als Namensgeber für Straßenzüge, Wohnungsbauprojekte und Restaurants fungieren.

Kling fasst wie eine Krankheit, aber es handelt sich hier
nicht um einen medizinischen Befund. Vielmehr
beschreibt dieser Begriff die Zeit der Tulpenspekulationen
während der 1630er Jahren in den Niederlanden.
 
Semper Augustus Tulip 17th century
 
Die ersten Tulpenzwiebeln gelangten Mitte des 16. Jhdt. aus Persien
über die Türkei nach Wien und von dort aus in die Niederlande. Vor allem
Botaniker, Gelehrte und Hofgärtner kultivierten und erforschten die Tulpen,
fingen aber auch an, die ersten Zuchtarbeiten zu leisten.
Nach und nach gelangten die Tulpenzwiebeln in die privaten Gärten
und sie wurden zu Sammlerobjekten. Erst wurden Zwiebeln unter den
Liebhabern getauscht, gesammelt, vermehrt. Die Tulpen wurden immer
begehrter und so mancher Tulpenzüchter wurde sogar bestohlen.
Mit der Zeit entwickelte sich das Sammlerhobby zu einem eigenen
Geschäftszweig. Tulpenzwiebeln wurden gehandelt und verkauft. Vor allem
während der Sommermonate, wenn die Zwiebeln ausgegraben wurden,
fand der rege Handel dieser Tulpenzwiebeln statt.
Der Eifer der Händler, lies sich allerdings nach einer gewissen Zeit
nicht mehr nur auf die Sommermonate beschränken, sondern die findigen
Geschäftsmänner fingen an auch während der restlichen Zeit des Jahres
dem Handel nachzugehen. Die Zwiebeln welche sich noch in der Erde
befanden wurden verkauft. Allerdings konnte Niemand wirklich konkrete
Aussagen darüber treffen, wie viele Brutzwiebeln sich gebildet hatten, noch
konnte definitiv vorhergesagt werden welche Farbe die Blüte haben würde
und ob die gebildeten Zwiebeln überhaupt zur Blüte kommen würden.
In den 1630er Jahren wurde ein Preisanstieg bei den Tulpen bemerkbar
und die ersten Spekulanten stiegen in den Tulpenhandel ein mit dem einzigen
Ziel der Gewinnmaximierung. Es fanden zahlreiche „Leerverkäufe“
statt. 1637 begannen dann allerdings die Preise dramatisch zu fallen. Die
Spekulationsblase war geplatzt.
Die teuerste je verkaufte Tulpe trug den Namen „Semper Augustus“.
Für drei Zwiebeln dieser Sorte wurden 30 000 Gulden geboten. Zum Vergleich
kosteten die teuersten Häuser in Amsterdam zu dieser Zeit 10 000
Gulden.
Besonders beliebt waren die gesprenkelten, geflammten und gestreiften
Tulpen. Die gezielte Zucht dieser Exemplare gestaltete sich als äußerst
schwierig, weil nicht vorhersehbar war, ob die Tulpe gesprenkelt werden
würde oder nicht, wie die Farbänderung sich vollzog und ob überhaupt
eine stattfand. Erst 1920 fand man heraus dass die gesprenkelten Blütenblätter
durch eine Viruserkrankung, dem Tulpenmosaikvirus hervorgerufen
wurden. Alle befallenen Sorten sind in Folge dieser Erkenntnis zerstört
worden, sodass keine Sorte aus der Tulpenmanie-Zeit erhalten bleibt.
Dipl. Ing. der Landschaftsarchitektur Nadine Weirich
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