Hallo! Selbst ist der Mann oder die Frau. Also trauen wir uns was zu.
Bald wird es Zeit, Gräber stilvoll zu schmücken. Was man dafür beim Kranzbinden lernt, kann man auch sonst gebrauchen, je nach Anlass. Wenn´s gut wird, haben wir ein Erfolgserlebnis und sparen dabei noch eine Menge, denn das meiste benötigte Material kommt aus dem Garten.

Wir machen es uns anfangs leicht, stellen die Kranzunterlage nicht selber her sondern kaufen sie. Eine aus Biomaterial, beispielsweise aus Stroh kostet nur ein paar Euro. Man bekommt sie in beliebiger Größe. Wir wollen uns nicht überfordern und fangen nicht zu groß an. Die Unterlage trägt dazu bei, einige Regeln einzuhalten. Das Verhältnis von Breite des Kranzkörpers zu Kranzöffnung sei 1,6:1. Bei einer zu großen Kranzöffnung überwiegen die Fliehkräfte und heben die Geschlossenheit des Ganzen auf. Ist die Kranzöffnung zu klein, entsteht statt eines Kranzes eine ziemlich kompakte Sache mit einem Loch in der Mitte. Je schlichter und deutlicher die Ringform, umso ausdrucksstärker ist der Kranz, Sinnbild des Glaubens an die Unsterblichkeit des Lebens.


Zunächst geht es darum, den Kranzkörper herzustellen, der später den Schmuck trägt. Je zurückhaltender der Körper, desto besser kommt der Schmuck zu Geltung. Ein sehr einfach zu verarbeitendes Material ist Moos, das man an feuchten Waldstellen sammelt. Zum Befestigen der Polster dienen professionelle Drahtklammen. Ein Polster nach dem anderen wird befestigt, bis die ganze Strohunterlage oben und ringsum grün ummantelt ist.

 

Foto 201510 06 Kranz aus Heimarbeit

Der Garten, zusätzlich Feld und Wald liefern viel brauchbares Material, um Kränze
„Marke Eigenbau“ bestens auszustatten.

 

Diese neutrale Unterlage ist jetzt bereit, geschmückt zu werden mit dem, was der Garten zur Zeit hergibt, und zwar mit einem deutlichen Schwerpunkt und einem leichteren Gegenpol. Zur Verfügung: stehen wuschelige Fruchtbüschel von Clematis, Blütenstände vom hohem Herbstsedum, Ilexblätter und – beeren (nur aus dem eigenen Garten!), Blätter von immergrünem Schneeball, Triebe von weiß- und gelbbuntem Spindelstrauch, Mahonienblätter mit rötlicher Herbstfärbung, weiße und lilarote Schneebeeren, Rhodoendtriebe mit Blütenknospen, Schneeheide, bunte Efeublätter, Samenstände von Judassilberling, Karde, Farnwedel, Lampenputzgras und und und Manches befestigt man ebenfalls mit Klammern, anderes wird mit Steckdraht gewickelt und so fixiert. Auf jeden Fall kann sich der fertige Kranz neben einem professionellen durchaus sehen lassen.


Ilse Jaehner

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